CubaCubana – Cruising at Cayo Largo

Beim Segeln kommt ja oftmals einiges zusammen. Das Gap zwischen himmelhochjauchzend und einer Vollkatastrophe ist oft nicht mal eine Seemeile entfernt.  Diese Sachlage in Kombination mit Kuba kann Verhängnisvoll sein.

Nun war es also endlich soweit. Endlich ging es nach Kuba. Seit Jahren hatte ich es auf dem Radar und nun konnte ich Freunde davon überzeugen mit mir nach Kuba zu kommen und auch noch den Südwesten mit der Charteryacht zu erkunden.

Die Planung hierfür startete schon sehr früh im Jahr, denn Charteryachten haben meistens ein Hau und ich wollte gerade auf Kuba ein intaktes Schiff und keine  Seelenverkäufer. Das lief soweit auch gut und wir fanden das neuste Schiff auf Kuba; eine BAVARIA OPEN 40 Bj 2014, called „CRES“. Also das muss ja wohl hinhauen. Witzigerweise war ich auf der BOOT 2014, wo das Schiff gelauncht wurde und die Öffentlichkeit begeistert gewesen ist. Das Gute an dem Kat ist, dass er bei nur 40ft eine sehr gute Raumaufteilung hat. Das Design ist maßgebend für das Design aktueller Katamarane. Ich selbst war ein Fan der Linie von Fountain Pajot, diese aber bewegen sich nun auch in dieses Caravandesign. Da bin ich sehr kritisch. Bin gespannt wie das hier weitergeht. Aber wir schweifen ab. Zurück nach Kuba.

BOOT 2014            Bavaria Open 40 Sheet

Die Crew war vollständig und wir trafen uns alle in Havanna. Diese Stadt beeindruckt mich wie derzeit keine andere auf der Welt. Sie ist rough und dennoch warm und persönlich. Die Menschen sind offen und entspannt, relaxt und keine getriebenen. Wir fanden uns alle sehr schnell, sehr gut zurecht, was letztendlich einer guten Freundin zu verdanken ist, die uns in die Hände von Roberto gegeben hat, der uns von der Übernachtung über die Hotspots der Stadt bis hin zu Restaurant Empfehlungen mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat. Danke an Felicitas an dieser Stelle für diesen Spitzenkontakt. Diesen kann ich auch hier auf Nachfrage gerne weitergeben. Mit ihm wird Havanna zu einem noch besseren Erlebnis, trust me!

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Von Havanna ging es dann auf einer spektakulären Autobahn nach Trinidad. Spektakulär daran ist, dass man sich fühlt, also ob die ganze Autobahn Teil des Deutschen Museums ist. Von der Straße, über die Autos bis hin zu den Raststätten. Einfach outstanding.

Dann ware wir also in Trinidad. Was soll ich sagen, ein klassisches Karibikstädtchen eben, mei. Abends hatten wir richtig Spaß. Wir sind an zwei Abenden in genau dasselbe Retaurant, weil dort eine „Familienband“ spielte die mega performte.

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Eine Taxifahrt weiter waren wir dann im einzigen Charterhafen Kubas in Cienfuegos. Die Stadt selbst haben wir kaum angesehen, eigentlich gar nicht. Wir sind direkt auf den Kat. Wir waren sehr früh da, das Schiff war auch bereits klar zum Entern und ich konnte auch gleich den Check machen. Hier und da musste noch repariert werden, wie z.B. der Holepunkt der Fock. Der Schlitten ließ sich einfach nicht bewegen, oder ich musste die ganzen Instrumente einrichten. Aber mei, das ist irgendwie auch normal. A bissl was ist immer auf den Dingern.

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Nach ein paar Drinks und lecker essen ging´s dann in die Koje und wir konnten es kaum erwarten auszulaufen. Der erste Schlag nach „Guana del Este“ ist mit guten 40SM recht lang und wir planten früh zu starten, was wir auch taten. Der Weg durch die Bahia de Cienfuegos zieht sich ziemlich. Vorbei an einer recht guten Betonnung brauchte es schon so eine gute Stunde bis wir endlich draußen im Karibischen Meer gewesen sind. Dort angekommen war kaum Winddruck aber eine riesen Welle vom Gewitter der vergangen Nacht. Das war nicht cool, weil sich Katamarane dieser Art einfach mies verhalten in einem solchen Seegang der nicht zum Wind passt.

Nach gut 6 Stunden auf See kam endlich der Moment wo wir 360 Grad Wasser um uns rum hatten und kein Land in Sicht. Ich persönlich finde das ja immer befreiend. Teile der Crew haben dies aber nicht mitbekommen, da der Wellengang dem Wohlbefinden nicht so entgegenkam.

Als ich in Melancholie am Ruder schwelgte, tat es einen dumpfen Schlag. Im ersten Augenblick dachte ich, dass wir auf Treibgut gefahren sind. Ich stand auf und berührte dabei das Steuer und spürte keinen Wiederstand. Know what I mean, strange feeling, wenn das Wheel sich ohne Wiederstand drehen lässt. Ja, leicht Panik muss ich sagen. Ich direkt rüber zum Stb. Steuerstand und auch hier BÄMM, kein Wiederstand. Gut nur, dass der Autopilot direkt auf das BB Ruder zugreift und wir somit via Autopilot Kurs halten konnten. Leider steuert der Autopilot aber nur ein Ruder und der Kat hat eben zwei. Somit war die Steuerung OK aber nicht gut. Als erstes stellt sich eben die Frage, wie machen wir mit einem Ruderbruch weiter? Der nächste Hafen ist zwei Tage weg und am Wind zurück mit einem Kat mit nur einem Ruder ist auch keine Lösung. Klar, mit der Notpinne hätten wir noch das Stb Ruder parallel zum BB Ruder steuern können, welches der Autopilot steuert, aber hey bringt uns das von A nach B? Außerdem was passiert, wenn nun auch noch der Autopilot ausfällt. Genau deshalb mussten wir nun schnell handeln, bevor die Sonne untergeht und zack wir brauchen Hilfe. Ja es brauchte kurz überwindung aber nun war der Zeitpunkt gekommen um +++MAYDAY+++ zu funken. PanPanPan bringt in der Karibik nix, das interessiert dort keinen. Dort gibt es eh keine DGzRS. Sprich nach dem Drücken der Distress-Taste passiert eben nix, wir hatten aber Glück, dass eine andere Yacht in der Nähe gewesen ist, die auf dem Rückweg nach Cienfuegos gewesen ist. Witzigerweise war der Skipper und das Boot auch von Dream Yacht Charter, was in diesem Fall ein Vorteil für uns gewesen ist. Deren Skipper kam mjt dem Schlauchboot rüber schaute sich unser gerissenes Steuerseil an und kam eben so zu dem Entschluss, das war´s, zurück auf Start. Also haben wir die Schiffe in ADAC Manier mit dem Abschleppseil versehen und los, zurück in den Hafen. Das brauchte dann aber natürlich ewig, bis tief in die Nacht um genau zu sein. Meine Bedenken waren, was machen wir, wenn nun bei Nacht auch noch unser Abschleppseil reisst. Es hielt aber, puuh.

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Zurück in Cienfuegos gab es dann noch wild versuche „im Päckchen anzulegen“, also die beiden Katamarane eng vertaut an den Steg zu bringen. Klappte aber natürlich nicht. Da wir aber ohnehin ein großes Empfangskommando hatten, gab es auch genügend Burschen, die dann die beiden Katamarane mit zig seilen an den Steg gezogen haben. LOL. Nach reichlich Rum hatten wir noch Beef mit der Harbour Authority weil wir irgendwelche Stempel nicht eingeholt hatten beim Auslaufen und Kram, aber irgendwie hat sich das dann auch wieder erledigt, da wir ja keinen anderen Hafen angelaufen hatten. Also gut, ab in die Kiste.

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Da der erste Schlag nach Guana del Este ein sehr großer ist, wäre ich ja auch gerne wieder früh gestartet. Da wir aber eine Reparatur am Ruder hatten war an ein frühes Auslaufen nicht zu denken. Auch nicht an ein Auslaufen gegen 0900 was noch OK wäre. Weit gefehlt; wir reparierten auch noch um 1100. Der Basemanager meinte nur, dass es um 1200 auch noch OK ist. Wir haben Vollmond und dann können wir auch bei Nacht ankern. Diesen Punkt hatte ich bis dato noch nicht in meinem seglerischen Portfolio aber mei, es blieb uns nichts anderes übrig.

Gegen 1200 war es dann soweit, wir legten wieder ab, raus aus der Bay, Segel setzen und 240° Richtung Leuchtturm. Wind und Welle war besser wie am Vortag und zwei voneinander unabhängige Wetterberichte gaben uns ein gutes Gefühl nun on Track zu sein. Auf Kuba ist die WLAN Dichte sehr begrenzt. Bei Dream Yacht Charter gibt´s den Wetterbericht via www.Windfinder.com und ich gönnte mir den Törnberatung für knapp 70 EUR via www.Wetterwelt.com von Menno Schrader. Das finde ich eine gute Geschichte und außerdem habe ich Menno 2013 auf der BOOT in DüDo kennengelernt und sein Wetterwissen ist einfach unglaublich gut.

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Wir also wieder los, wieder ewig durch diese Bay und dann endlich draußen auf See. Der Strom war heute besser, unser Versatz nicht ganz so stark und wir kamen sauber voran. Via Karte und GPS Plotter hatten wir eine saubere Linie. Was mich aber die ganze Zeit bedrückte war die Wolkenbildung. Ich hatte ein ungutes Gefühl und aus Sonne wurde grau und am Horizont sahen wir einen Squall auf uns zurasen. So etwas kann schön sein und unterhaltsam, es kann aber auch der Vorbote eines Gewitters sein. In unserem Fall war es leider auch so, denn kurze Zeit später war es um uns rum dunkel und wir hatten 360° um uns rum Blitze. Ich werde es nie vergessen, als ich den ersten gesehen hatte. Ich dachte  da macht einer Bilder, da ich es nicht wahr haben wollte. Die Situation spitzte sich zu. Via Funk versuchte ich eine andere Yacht zu erreichen, von der ich wusste, dass sie das gleiche Ziel haben. Negativ, ich konnte sie nicht erreichen. An ein Ausweichen war auch nicht zu denken, wir waren mitten drin. Es war auch nicht abzusehen wo es hinziehen wird. Also mussten wir kühlen Kopf bewahren und uns auf den SuperGau vorbereiten, d.h. Blitzeinschlag. So nah dran, bzw. inmitten eines solchen Gewitters war ich bisher auch noch nie. Was gibt es an Möglichkeiten bei Blitzeinschlag? A) Brand an Bord, B) Auswahl der kompletten Elektronik, oder eben C) Der Blitz sucht sich über den Mast den schnellsten Weg in´s Wasser und dabei hinterlässt er zig kleine Löcher im Rumpf. Kurzum, alle anzunehmenden Möglichkeiten sind eine Katastrophe. Was für mich nur eine Konsequenz zuließ. Ich bereitete die Crew auf den worst Case vor. Jeder packte sein Drypack mit dem Nötigsten, Pass, Geld und Klamotten. Dann klarierten wir das Liferaft und checkten das Rescue Bag und bereiteten uns darauf vor, den Kat notfalls auch verlassen zu können. Die Optionen waren klar. Die Mannschaft in der Kajüte und ich blieb draußen solange es eben vertretbar war. Nach Minuten des Bangens tauchte auch das Leuchtfeuer von Guana del Este auf. Ohne jemals dort gewesen zu sein, gab es mir das Gefühl von Sicherheit. Leider blitzte es aber über dem Leuchtturm unentwegt, aber ich entschied mich direkt Kurs darauf zu halten in der Hoffnung, dass das Gewitter dann dort sicherlich weg sein wir, wenn wir dort sein werden. Laut Karte waren das ja immer noch locker zwei Stunden Fahrt. Es zog sich ewig bis wir endlich den Leuchtturm mit den eigenen Augen vor uns sahen. Leider sind wir auch ein wenig zu östlich rausgekommen, was bedeutete, dass wir noch weiter nach Süden mussten, um die Insel im Süden zu umrunden. Plan war es westlich vom Riff den Ankerplatz zu erreichen. Am Ankerplatz selbst waren wir das einzige Schiff. Was ich nicht erwartet habe. Viel schlimmer war aber, dass am Horizont wieder Blitze zu sehen waren. Das Ankermanöver selbst war wunderbar, er hielt auch gleich gut auf sandigem Grund. Sorge machte mir aber der Wind in dieser eigentlich geschützten Bucht. Das ist sie aber nur, wenn der Wind aus NO kommt. Erwartungsgemäß dreht dieser dann nachts sachte auf Nord. In dieser Nacht allerdings kam er aus allen Richtungen. Das bedeutete, dass wir uns ca. 5 mal 360 Grad um den Ankerpunkt drehten und ich alle 15 Minuten Sichtpeilung machte, ob wir 360 Grad später immer noch gleich am Anker hingen. Es war echt nervig und nicht entspannt. Irgendwann in den frühen Morgenstunden kamen dann tatsächlich noch zwei andere Katamarane. Ein riesiger kreuzfahrtähnlicher Kat mit rund 60ft Länge und ein Catana 47. Der schoss aber so in die Bucht, dass ich gleich zweimal schaute ob wir unsere PosiBeleuchtung auch anhatten. Er stoppte dann aber zackig und die Kette rasselte. Der Leuchtturm selbst ist skurril. Er sieht aus wie eine Rakete von Tim&Struppi und der untere Teil hat diese Ostbetonarchitektur mit einer riesen Glaswand. Eigentlich ideal, um dort einen fancy Event zu organisieren. Die Steganlage selbst war so verfallen, dass ich mich fraget, wie der Leuchtturmwärter, denn dort überhaupt anlegt? Später erfuhren wir dann, dass der L´wärter tatsächlic dort über Wochen alleien bleibt und die Katamarane der Chartergesellschaften ihn mitversorgten. Der Catana aus der Nacht fuhr dann auch ein spektakuläres Manöver nahe am Ufer, um dann mit dem Dinghy Vorräte abzuliefern.

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Nach einem wunderbaren Frühstück aboard lichteten wir den Anker setzen Segel und hatten den ersten schönen Tag auf See. Der Wind war eher zu schwach, aber es war uns lieber wie unter Motor. Unsere nächste Insel Cayo Sal konnten wir sogar auf Sicht erreichen. Die Insel mit dieser einzigen Palme in der Mitte ist schon sehr lustig anzusehen. Dort angekommen feilten wir noch an unserer Ankertechnik mit dem Hahnepot und gingen danach noch schnorcheln, wobei das dort nicht wirklich ein Highlight gewesen ist. Nach dem Essen wurde es wieder seltsam, der Wind nahm wieder rasant zu. erst 15kn, dann 20kn. Bis zu 30kn konnte ich mit dem Windmesser in der Hand auf dem Vorschiff messen. Also Windstärke 7 und wir vor Anker an dem idealen Platz laut Küstenhandbuch und Erfahrungsberichten und keine Seemeile hinter uns das Riff. Das war ein mulmiges Gefühl. Ich also wieder die ganze Nacht im Halbschlaf gewesen, weil ich alle 15min an Deck bin um die Peilung zur Palme zu machen. Der Anker hielt aber wirklich fest. Unglaublich. Ich verteufelte die Nacht und freute mich bis es endlich wieder Tag wurde. Der Wind musste ja spätestens dann abnehmen. Tat er aber leider nicht. Als die Sonne aufgegangen war hatten wir immer noch locker 5Bf stehen. Mit Frühstück war also nicht viel und ab 20kn sollten wir eh reffen. Also gut, dann los. Ich startete die Maschine und wie jeden Tag hatten wir auch wieder ein Problem. Die Stb Maschine kühlte nicht mehr. Sprich, sie lief, aber in spätestens 10min wäre sie überhitzt. Gut nur, dass wir auf dem Kat zwei Maschinen haben. Blöd nur, dass das Steuern dann nicht so prima funktioniert. Aber mei, Wind hatten wir am Tag 3 genug, um die Maschine kümmern wir uns dann, wenn´s in den Hafen geht. Cayo Largo stand heute als Ziel auf dem Plan. Der Wind kam sauber aus NE. NinJa als 1st Mate hatten den brillianten Einfall gar nicht erst das Groß zu setzen. Es reichte alleine mit dem Vorsegel Kurs auf Cayo Largo zu halten. Der Speed reichte mit der Fock völlig aus. Sonst wären wir zu schnell gewesen, wir mussten ja auch noch zwischen den Riffen navigieren. Da ist es wirklich sinnvoll einmal mehr zu schauen. Die Wolken hingen tief und teilweise wurden wir sogar von Delphinen begleitet. Leider konnte ich aber nicht fotografieren, da ich zusammen mit Co-Skipper Andi nach den Riffen schauen musste. Bei richtig Seegang ist da schon eine exakte Navigation vonnöten. Heikel wurde es dann nur nochmals kurz vor der Hafeneinfahrt. Der Wind war noch recht stark und und kurz bevor die Betonnung begann kam „the Moment of truth“. Wir mussten auf Maschine umschalten, also auf die verbleibende BB Maschine und mal sehen, wie sich die Kiste verhält. Der Rechtsdrall war schom merklich spürbar, wir hatten aber das Glück, dass die Fahrrinne NNE ist und der Wind aus NE kam so hatten wir einen natürlichen Gegendruck, der uns sehr entgegen kam. Die beiden Piere sind recht dicht beeinander. Das erstere ist für die Berufsschifffahrt. Hierzu zählen auch die Katamarane, die mit den Hotelgästen raus zum Riff fahren. Privat- und Charteryachten sollen an´s andere Pier. Damit begann der Spaß dann auch. Wir waren ja sehr beeinträchtigt in unseren manövrierbarkeit. Ich also die erste Box ausgespäht, mit dem Ziel „römisch-katholisch“ rein zu gehen. Egal wie, Hauptsache die Kiste liegt drin. Wir also mit der richtigen Balance auf dem Ruder straight in die Box. Schiffslängen vor der Box war das wohl schon vom Steg aus sichtbar, denn einge Marineros tanzten schon wild auf dem Steg und signalisierten uns gerade dort nicht anzulegen. Uns war das wurscht, ich hielt darauf. Das klappt auch ganz gut. Der Obermarinero kam dann auch gleich an Bord und ich erklärte ihm unser Problem. Worauf er sehr zuvorkommend war und usn angeboten hat, unseren Katamamaran rüber zum Besucherpier zu bewegen. Das hat er sich wohl auch eher einfacher vorgestellt wie es dann gewesen ist. Sein Manöver brauchte dann doch auch Zeit und alle waren beschäftigt das Schiff mit Leinen und Tauen in die richtige Box zu bewegen. Mit Händen, Füßen, Spansich und Englisch erklärtem wir ihm dann auch das Problem. Nach einem Telefonat mit unserem Vercharterer tauchte Il Capitano dann auch gleich im Maschinenraum ab und arbeitete flink an der Wasserpumpe. Der Keilriemen war´s der Wasserpumpe war es. Deshalb pumpte der Motor kein Kühlwasser mehr. Gesagt getan. Nach heutiger Erkenntnis aber denke ich das seit dieser Reparatur sich keiner mehr den Keilriemen angesehen hatte. Das liebe Seglerwelt ist genau das Problem auf Kuba. Ich hoffe nur, dass dies sich ändern wird. Eine Maintenance der Schiffe findet einfach nicht statt. Die Charteryachten die dort im Einsatz sind sind in einem Zustand der nicht erfreulich ist. Unsere „CRES“ war gerade mal ein Jahr alt und Türen, Schränke und und sonstige Anlagen waren leider bereits sehr beansprucht, aber es funktionierte. Vielleicht ist es einfach auch die Billigbauweise dieser Charterrüben. Egal ob Bavaria, Jeanneau, oder wie auch immer sie heißen. Sie sind eben billig gebaut und müssen sich schnell amortisieren. Deshalb gibt es hier nun auch kein Gejammer, aber eben wieder die Erkenntnis, eine SWAN oder eine Hallberg Rassy sind eben andere Geschichten. Dafür kosten die im Charter eben auch das zigfache. Trotzdem aber ist der Zustand der Chartermöhren im Mittelmeer ein besserer. Das führe ich aber auch auf die Mentalität und die Möglichkeiten auf Kuba zurück. Das ist einfach so.

Nach dem Bruch der Steuerkette kam uns Dream Yacht Charter entgegen und wir bekamen einen Tag mehr. Das klappte auch, da wir alle spätere Flüge hatten und wir dadurch ein bisschen flexibler gewesen sind. Leider kam dann ja auch noch der Maschinenschaden und dieses Karibische Tief, welches immer noch über Kuba wütete. Nach diesen Schwierigkeiten, die wir mit dem Schiff hatten verloren wir auch die Lust, mit der „Cres“ noch weiter Richtung Cayo del Rosario zu segeln, bzw. auf einem am Wind Kurs wieder zurück zu segeln. Dieses Boot gab dies einfach nicht her. Auf Cayo Largo trafen wir die Crew einer anderen Yacht, die vor einigen Jahren auch ein Problem mit dem Schiff hatten. Seinerzeit gaben sie das Schiff hier ab und flogen zurück nach Havanna. Das ist genau die Überlegung die auch wir hatten. Ich war gespannt, wie unsere Base Manager auf die Botschaft reagieren wird. ich ging davon aus, dass er auf die Rückgabe des Schiffes in Cienfuegos beharrte und uns vielleicht einen Skipper mit an Bord gibt. Wobei das für uns auch keine Lösung gewesen wäre, denn die Kubanischen Skipper prügelnd das Ding zurück, egal wie. Sicherheit ist da nicht ganz so im Vordergrund. Zu diesem Punkt der Diskussion kam es aber nicht. Ich denke Dream Yacht Charter waren unsere Probleme wohl auch unangenehm und er kam uns entgegen. Ohne weitere Kosten konnten wir die „CRES“ in Cay Largo stehen lassen. Schade einerseits, aber andererseits bin ich froh, dass ich meine Crew aus diesen verzwickten Situationen heil raus gebracht habe.

Die restlichen Tage verbrachten wir mit Tagestörns an´s Riff. Das vorgelagerte Riff Ballenatos und die Swimming Pools auf Cayo Majaes sind bezaubernd und sind sehr geeignet um die Seele baumeln zu lassen. Es gibt dort eine Artenvielfalt an Fischen die ich so beim schlichten Schnorcheln noch nie gesehen habe. Das Riff ist völlig intakt. Es freut mich auch sehr, dass es ein Ankerverbot gibt und dort aber Bojen platziert sind, an die man sich wunderbar hängen kann. So BVI Style eben. Das war gut und wir haben auch noch gelernt, dass es viel einfacher ist den Kat mit dem Heck in den Wind an die Boje zu hängen. Der gelernte Weg wäre ja über den Hahnepot und einer Leine an die Boje zu gehen. Witzigerweise pendelt die Kiste aber nicht, wenn sie mit dem Häng dran hängt. Der Nachteil, bei viel Wind weht es Dir eben in´s Cockpit und Du hast keinen Windschutz, gerade wenn es an´s Essen geht.

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Aber nicht am Riff hatten wir Spaß, die Zeit im Hafen verbrachten wir auch mit leckerem Essen und guten Drinks. In erster Linie hatten wir immer Tonnen von Lobster an Bord, den wir über alle möglichen Kanäle organisierten. Was heißt organisieren, eigentlich ist Hummer auf Kuba das standard Ding. Zusammen eben mit Cuba Libre und Bucanero. Meines erachtend das beste Bier auf Kuba, Cristal ist auch noch wunderbar. An der Pier lernten wir auch andere Crews kennen, mit denen wir am Abend gemeinsam gegessen haben oder getrunken. Am Meisten waren wir mit Charly und Caren am Dinnieren. Wir hatten die gleiche Wellenlänge. Die beiden segeln seit Jahrzehnten in allen Regionen der Welt. Jetzt als Rentner eben noch viel mehr. Die beiden hatten in dem Gewitter auch Blitzeinschlag bei dem dann auch die Elektrik ausgefallen ist, nur der Funk ging noch. Auch irre. Die Zeit im Hafen war gerade so, dass es noch OK gewesen ist. Wäre es länger gewesen, dann hätten wir wahrscheinlich den Hafenkoller bekommen. So aber konnten wir dem Wahnsinn der Kubanischen Bürokratie frönen. Organisatorisch ist ohnehin vielen seltsam auf der Insel. Dadurch dass wir das Boot dort liegen ließen mussten wir ja irgendwie anders wieder zurück nach Kuba/Havanna kommen. Das klang anfangs ganz easy, kurz vor Abflug klappte es dann aber doch nicht. Andreas, der Co-Skipper kämpfte aber wie eine Mutter, dass wir alle von der Insel kamen. Bei dreien von uns musste es sogar sehr zackig gehen, da die Flüge nach good old Europe gingen. Leider tobte aber immer noch das Karibiktief über der Insel und aufgrund des Windes gingen nicht alle Flüge. Das war ein Zittern und Bibbern. Schlussendlich klappte aber auch die. Die Ersten vier von uns gingen dann mit dem Regierungskontingent im Helikopter nach Havanna. Da war auch ich dabei und der 64er MI-8 Helikopter war auch wieder ein Erlebnis für sich. Zurück in MUC war ich dann erstmal platt und hätte erstmal Urlaub benötigt.

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Kuba ist ja derzeit eines der Reiseziele. So wie auch wir will jeder es nochmals sehen, bevor McDonald´s, Starbuck´s and Friends Einzug halten. In Havanna selbst ist PUMA schon vor Ort und deren Flagship Store passt so gar nicht in´s Bild. Ich bin gespannt wo Kuba in zehn Jahren sein wird. Ich hoffe, dass die Kubaner die Power haben Kuba zu einem Lichtblick der Karibik zu entwickeln. Es wäre wunderbar, wenn Kuba das Berlin der Karibik werden wird; nachhaltig und cool. Eben nicht das US Einerlei. Kuba hätte es verdient. Die Geschichte der Insel ist faszinierend und ich liebe es ohnehin in der Karibik zu segeln. Deshalb gerne wieder. Dann aber mit einem anständigen Boot. Wobei wir vielleicht auch einfach nur Pech hatten. Meine Empfehlung für einen zweiten Törn wäre, direkt in Cayo Largo zu starten und dann nach Westen zu segeln und wieder zurück. Bestenfalls mit einer Privatyacht, kein Charterding. Normalerweise ist der  Wind auch jicht so stark und dann empfiehlt sich auch eine bessere Segelgarderobe, Stichwort Gennaker. Das bieten die Charteryachten eben nicht. Auf jeden Fall aber würde ich sehr gerne wiederkommen.

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