Heading Ballermann

Segeln im November ist meistens eine jämmerliche Geschichte. Diese Erfahrung machte ich selbst vor Jahren und mir wurde damals klar, nie wieder im November. OK, das war an der Ostsee und das ist selbst im August nicht meine Welt. Aktuell ging es aber darum Sascha Jäger´s SAYONARA LIGHT von Barcelona / Roda de Bara zur Mallorca Winterseries zu bekommen. Ein Nachttörn, easy 160 Grad Down Reach und gut.

getting aboard shopping provisioning

Sayonara Light Sayonara Light Motordefekt

Mein Wille war da, November kickte mich aber null, zeitlich war es nicht machbar, also sagte ich zu. Fly-in und GO. Auch nicht clever, aber egal. So kam ich also im Regen in BCN an und Nahuel von der Marina packte mich am Airport ein und wir fuhren in die Marina und da lag die Sayonara auch schon. Wie immer wirken so startklare Yachten in einem sehr tristen Novemberhafen irgendwie fehlplatziert. Zum Nachdenken blieb aber eh keine Zeit.

Zack, zack gingen wir noch viel zu viel einkaufen. Fand ich aber gut, denn mit dem Wetter war ich mir immer noch nicht sicher und wenn es dumm läuft und der Wind uns entgegen kommt, dann sind wir vielleicht auch noch am SO unterwegs. Ja, ich war der Kritiker. Jäger Senior und il Capitano Sascha waren überzeugt, dass es easy wird. Wurde es dann tatsächlich auch.

Sayonara Light  Sayonara Light

Schwierigkeiten machte nur Motor, bzw. der Kühlalarm direkt bein Auslaufen. Nach dem Essen bei SARGANTANA was natürlich wieder viel mehr Zeit und Bier verschlungen hat wie geplant liefen wir auch erst zum Sundowner aus. Leider piepste der Kühlalarm dann auch schon durchgehend. Was tun? Motor lief nicht heiß, Kühlwasser spritzt? What would you do? Wir haben uns nach weiteren 10min entschieden umzudrehen. Doof wenn dann da draußen der Mist kocht, oder morgen auf Malle. Also alles wieder zurück und la maquinista in den Hafen beordert. Immerhin hatten die den Motor bis am Tag zuvor gecheckt. Ergebnis; der Geber hat einen Schlag. Gut, dass checkten wir auch schon und los.

Zwischenzeitlich war es auch schon gut dunkel, wobei wir Vollmond hatten, das erhellte die ganze Geschichte. Wir hielten Kurs 160 Grad mit Wind aus NW. Zu Beginn hatten wir 10kn Windspeed der dann in der Nacht auf 15kn auffrischte, aber sehr konstant geblieben ist. Seegang war bewegt aber wir blieben trocken, kaum Spray.

Sayonara Light  Sayonara Light

Die Wache hatten wir klassisch geplant, aber kurz nach dem Start intuitiv verworfen. Es lief irgendwie Hand in Hand, easy. Jeder macht solange er wollte. Ich selbst liebe die Nacht, gerne auch alleine an Deck. Das weckt den König Ludwig in mir, große Melancholie, der Blick auf den Kompass, den Mond als Begleiter, der in einer Nacht das Schiff umrundet.

Gegen 0600 UTC konnten wir am Horizont auch schon die Umrisse von Mallorca erkennen. Es ist immer wieder ein erhebendes Gefühl, wenn hinter Dir die Landmasse verschwindet. Magisch der Moment, wenn nichts mehr um Dich ist und irgendwann vor die das nächste Ziel erscheint.

Sayonara Light  Sayonara Light

Außerdem ist dann auch schon wieder der Moment für das erste „Land in Sicht“ Bier. In der Früh wurde der Wind dann sehr schwach. Gegen 0900 UTC waren wir dann auch alle wieder an Deck. Der Weg bis Palma hat sich aber ewig hingezogen. Um die Zeit zu verkürzen gönnten wir uns dann pro Kap und Leuchtturm ein kleines San Miguel.

Das Einlaufen in Palma im Real Club Nautico Palma (RCNP) erweckt zwischenzeitlich schon heimatliche Gefühl. Zumal wir auch wieder einen Liegeplatz am Main Dock hatten. Yeah. Zack, zack machten wir die Sayonara Light klar. Deck schrubben, aufräumen und Kielbolzen nachziehen. Naaaaa, das war leider nicht möglich, das muss aber passieren. Nach Monaten ist nun endlich klar, wo die FARR40 Wasser zieht. Genau dort. Gut, dass dieses Wasser Mysterium nun endlich gelüftet wurde.

Sayonara Light  Sayonara Light Mallorca FARR40

Nach dem Duschen fühlten wir uns auch wieder als Menschen. Hungrig zogen wir in unser Grill-Restaurant und waren dann bettschwer. Nun einfach zu schlafen wäre aber zu bequem. Der Trip hieß ja nicht aus Spaß #HeadingBallermann. Also rein in´s Taxi und noch auf einen Drink in den Bierkönig. Muss sein. No Mercy. Tatsächlich war mehr los als erwartet. Die Saison ist ja richtig vorbei, aber da geht eben immer was. Gepflegt ging es in die Koje und am SO zackig raus an Airport und wieder eine Erfahrung reicher. Die Sayonara Light ist ein Wochenende später auch schon wieder besetzt und rennt schon wieder um die Wette bei der Mallorca Winterseries.

Sayonara Light beer to sail san miguel Sayonara Light RCNP Farr40

Falling Star / Sternschnuppennacht

Gestern war es dann soweit. The Night has come. Die Erde durchquerte die Bahn des Kometen Swift-Turtle. Die Bedingungen waren nahezu ideal am 13.08. Der Mond war zu 4% beleuchtet, das Monalter liegt bei 28 Tagen und am 14.09. ist Neumond. Die Windvorhersage lag zu Beginn der Woche am 2100 bei 7kts. Tatsächlich war es gestern dann aber doch sehr viel weniger, aber der Kat bewegte sich elegant über den sehr ruhigen Ammersee.

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Das Sternenschauspiel selbst ist der Menschheit ja schon seit über 2.000 Jahren bekannt. Als ich gestern so auf dem Kat gelegen bin, dachte ich schon auch daran, wie das auf die Menschen um 800 n.Chr. gewirkt haben muss. Aus dieser Zeit stammen die ersten Europäischen Aufzeichnungen. Bis 1811 war es der Menschheit völlig unklar, was hier vor sich geht. Erst dann bewies der italienische Himmelsforscher Giovanni Schiaparelli, dass sich jedes mal, wenn die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle kreuzt, funkelt das Firmament.

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Am besten sind die „Falling Stars“ in der zweiten Nachthälfte zu sehen. ganz so lange waren wir dann aber auch nicht auf dem Wasser. Wir legten zum Sonnenuntergang am 2033 ab und waren so bis kurz vor 0000 auf dem See. Am Ende dann wurde es auch frisch, aber es war nicht unangenehm. Die Ruhe in Kombi mit dem Plätschern des Bootes war sehr ergreifend. Die ersten Sternschnuppen sahen wir so gegen 2200.

 

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All in all, ein irres Erlebnis, gerne wieder!