Now we know, the America´s Cup becomes gets Dolce Vita.

Auf der BOOT 2020 war der ganze America´s Cup noch weit weg. Der Bootstyp AC75 war noch ungewohnt. Wir waren ja noch immer von den AC45 Katamaranen begeistert. Die hatten wir noch im Kopf und mussten erst noch lernen, dass Kats einen größeren Windwiderstand haben als ein Monohull. Bei dem irren Speed eben ein Thema. Die Pressekonferenz auf dem America´s Cup der Bootsmesse war aber sehr gelungen. Wir spürten den Spirit und waren natürlich gebannt; zum ersten mal in der Geschichte war der Pott auf der BOOT Düsseldorf live zu sehen. WOW.

Bevor der Cup nun startet, eine kurze Erklärung wie das ganze Ding überhaupt abläuft. Der Cup selbst ist lediglich ein Rennen des Herausforderers gegen den Verteidiger. Also 1:1, ein Matchrace. Deshalb gibt es eben auch diesen einen Sieger und keinen zweiten. Wir kennen ja die legendäre Antwort auf die Frage der Englischen Königin, wer denn nun zweiter geworden ist, nachdem die Amerikaner gewonnen hatten; „Your Majesty, there is no second“. Das sagt alles über diese Regatta aus, die zu den ältesten Sporttrophäen der Welt zählt. Es startet mit dem Prada Cup, hier kann sich jeder anmelden, der denkt gut genug segeln zu können, das Startgeld von rund einer Million direkt bezahlen kann und dann auch noch das Boot und die ganze Crew bezahlen kann. Dazu zählen nicht nur die Segler, es bedarf auch einer Shore Crew, mit Meteorologen, Ingenieuren und Designer, die das Boot bauen, das den Klassenvorschriften entspricht. Für den PradaCup und den 36. America´s Cup werden Boote der Bootsklasse AC75 gesegelt. Heute Nacht war ja das Finale des PRADA CUPs in Neuseeland. Damit hat sich der Herausforderer qualifiziert, gegen den Verteidiger anzutreten. La Dolce Vita, die Italiener haben gesiegt und treten nun gegen die Kiwis an, die beim letzten AC gegen die Amis gewonnen haben und daher nun die Verteidiger sind. In a Nutshell:

  1. Im Prada Cup segelten 3 Schiffe/Nationen gegeneinander. Jeder gegen jeden. Diese Rennen heißen Round Robin. In 2020 waren drei Syndikate am Start. Das Waren die Amis mit „American Magic“, die Italiener mit „Luna Rosso“ und die Engländer mit „Britannia“.
  2. Gewonnen hat nun „Luna Rossa“ mit der Besonderheit, dass sie zwei Steuermänner haben. Der eine ist Jimmy Spithill, der bereits 2010 den AC mit BMW Oracle Racing gewonnen hat und Francesco Bruni.
  3. Am 06. und 07.03.21 geht es dann um den „Old Mug“, den America´s Cup itself. Da wird dann Neuseeland den Cup gegen Italien als Herausforderer verteidigen oder eben verlieren.
  4. Wenn NZ gewinnt, bleibt der Cup in Neuseeland.
  5. Wenn NZ gegen Italien verliert, dann wird Italien zum Verteidiger und der America´s Cup wird als nächstes in Italien ausgetragen, la dolce vita. In diesem Fall tippe ich auf Sardinien als Austragungsort.

Erstaunt war ich von der Tatsche, dass die Vorentscheidung nun nicht mehr von Louis Vuitton gesponsert wird, sondern von Prada, daher auch der Name PradaCup. Schade, da der America´s Cup schon die älteste Sporttrophäe der Welt ist und da ist LV schon ein richtiger Markenfit. Seit 1983 sponsert LV die Vorentscheidung. Bei den letzten ACs wurde dieses Sponsorship dann unterbrochen. Dem Konzern wurde die zunehmende kommerzialisierung des Cups ein Dorn im Auge. Es gab dann zwar nochmals ein Engagement, aber es lief einfach nicht mehr rund und für 2021 ist PRADA eingesprungen. PRADA ist als Teamsponsor beim Segeln keine unbekannte Größe und erst recht beim AC eine beständige Größe. Matching also. Mich persönlich hat Louis Vuitton als Sponsor mehr angesprochen, da segeln immer mit Reisen zu tun hat und LV für mich klar für Reisegepäck steht. Gerade auch die Reisetruhe für den Pokal selbst von LV wirkte überzeugender, als die Verpackung von PRADA, auch wenn diese beeindruckend ist.

PRADA CUP americas cup Luna Rossa
THX 📸 Amercia´s Cup und StudioBorlenghi.

Der Prada Cup ist nun Vergangenheit, der Gewinner steht fest. Luna Rossa wird nun im März 2021 als Challenger gegen die Emirates Team New Zealand beim 36. Amercia´s Cup antreten. Auch über 150 Jahre später wird es nur einen geben, den Sieger. Denn nach wie vor gilt; „Your Majesty, there is no second.“


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